Reden wir Klartext
Dies ist einer der berühmtesten Weine des Weinanbaugebiets Valpolicella, das sich über die Hügel nördlich der historischen Stadt Verona erstreckt. Die Weinberge liegen auf einer Höhe von 150 bis 450 Metern über dem Meeresspiegel. Der Boden besteht aus roter und brauner Erde, Kalkmergel und Basalt. Was ist also Amarone? Das Geheimnis dieses außergewöhnlichen Weins liegt im Trocknen (Passerillage, Trocknen auf Strohmatten oder Rosten) der autochthonen Rebsorten der Region. Die bei der Ernte perfekt gesunde und reife Traube darf keinerlei Mängel aufweisen. Die geringste Beschädigung während des Trocknens führt zu ihrer Aussortierung. Dieser Prozess dauert mindestens 3 Monate mit einem Volumenverlust von 50 % bis 70 %. Während des Trocknungsprozesses wird natürlich eine Konzentration der Weinbeeren erreicht. Die Trauben wurden bei voller Reife manuell geerntet. Die Mazeration dauert 3 bis 4 Wochen mit einer alkoholischen Gärung in Edelstahltanks. Nach der Vinifizierung reift der Wein dann 2 bis 4 Jahre in Fässern. Der Wein hat eine tief rubinrote Farbe ohne erkennbare Spuren von Entwicklung. In der Nase ist er eine Synthese aus Frische und aromatischer Kraft, die an sehr reife schwarze Früchte und eine blumige Seite erinnert, mit Noten von Rose, süßen Gewürzen, hellem Tabak und einer leichten balsamischen Nuance. Trotz seines hohen Alkoholgehalts entwickelt dieser Wein eine verführerische Aromenpalette. Ein großartiger Wein!
Wohin reisen wir?
Die kleine Geschichte des Landes
Italien

Ach, Italien, welch ein wunderschönes, hedonistisches Land, das Volk der Dolce Vita, aber wie schwierig ist es doch, seine Weinstruktur zu verstehen! Der Schlüssel zum Verständnis des italienischen Appellationssystems liegt darin, es eher als eine Ansammlung kleiner Länder denn als ein einziges homogenes Land zu betrachten, da jede Region ihr eigenes Appellationssystem besitzt. Italien kann Weinliebhabern jedoch eine Vielzahl von Weinen mit unterschiedlichen und einzigartigen Geschmacksrichtungen und Stilen sowie Flaschen voller Überraschungen und Kreativität bieten. Leider produziert es aber auch eine große Menge seelenloser und charakterloser Weine, die unter ihren kommerziell nützlichsten und renommiertesten Namen verkauft werden: Pinot Grigio, Chianti, Valpolicella, Lambrusco, Prosecco und viele andere... Doch sprechen wir ein wenig über die Geschichte: Der Weinbau in Italien reicht bis in die Antike zurück und stammt ursprünglich aus Griechenland. Die Etrusker sollen die Rebe eingeführt und griechische Einwanderer die Rebsorten verbessert und verändert haben, woraufhin sie das Land "Oenotria" nannten: das Land des Weins. Auf dem Höhepunkt des Römischen Reiches spielte der Wein eine wichtige Rolle im täglichen Leben, und bereits damals zeichneten sich einige Regionen durch die Exzellenz ihrer Produkte aus. Die Römer legten auch zahlreiche Weinberge in Europa an und hinterließen so ein unauslöschliches Zeugnis ihrer Invasion. Heute ist Italien vor Frankreich der wichtigste Weinproduzent der Welt. Italien ist in drei Klimazonen unterteilt. Die Berge des Nordens haben ein eher raues Gebirgsklima. Die Ebene in der "Mitte des Stiefels" ist das Gebiet des Kontinentalklimas mit kalten Wintern und heißen, stürmischen Sommern. Im "Süden des italienischen Stiefels" herrscht das Mittelmeerklima mit sehr heißen und sehr trockenen Sommern, ganz zu schweigen von den Inseln Sizilien und Sardinien. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Italien dank seiner 200 verschiedenen Rebsorten, von denen viele aus dem eigenen Land stammen, Weine von großer Vielfalt produziert. Es ist ein Land, das ebenso komplex ist wie seine Weine, die es zu entdecken gilt!
