Deutschland hat eine lange und glorreiche Geschichte des Weinbaus. Die Römer legten die ersten Weinberge des Landes an der Mosel, nahe der heutigen Stadt Trier, an. Im dritten Jahrhundert n. Chr. dehnten sich die Anbauflächen auf verschiedene benachbarte Täler aus, hauptsächlich auf die der Moselzuflüsse. Im Mittelalter hatte die christliche Kirche, insbesondere die Zisterzienser- und Benediktinerklöster, einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Weinbaus und die Produktion von Qualitätsweinen in Deutschland.
Deutschland war schon immer für seine exzellenten Weißweine bekannt: etwas süß, alkoholarm, aber immer von hoher Qualität. In den letzten Jahren bevorzugten Weintrinker jedoch eher trockene Weine. Folglich hat sich der deutsche Markt entwickelt, um allen Geschmäckern gerecht zu werden, mit einigen hervorragenden trockenen Rieslingen und anderen Weißweinsorten wie Weißburgunder, Gewürztraminer und Grauburgunder. Wärmere Sommer und mildere Winter haben auch Rosé- und Rotweine begünstigt, wobei Spätburgunder die drittmeist angebaute Rebsorte des Landes ist. Wählen Sie also, von traditionellen Rieslingen bis hin zu großen Rotweinen, die Auswahl ist breit und wird immer größer.
Die deutsche Weinindustrie verlor im 20. Jahrhundert in Bezug auf die Qualität ihren Weg, indem sie die Anbauflächen auf weniger günstige Standorte ausdehnte und die Erträge auf ein Niveau erhöhte, bei dem die Qualität stark beeinträchtigt wurde. Die größten deutschen Weinhersteller waren jedoch nie vollständig verloren, und seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Deutschlands einstigen Ruhm wiederherzustellen. Die Erträge sind nun gesetzlich begrenzt, und viele führende Produzenten haben sich zusammengeschlossen, um den Verband VDP zu gründen (siehe Deutsche Weinetiketten). Die Mitglieder des VDP sind verpflichtet, ihre Bemühungen auf Qualität statt auf Quantität zu konzentrieren.
Vom Volumen her gehört Deutschland zu den Top Ten der Länder der Welt in der jährlichen Weinproduktion. Etwas mehr als 60 % des produzierten Weins sind weiß, und es wird weithin anerkannt, dass die Weißweine der besten Lagen und der renommiertesten Produzenten Deutschlands zu den größten der Welt gehören. Auch deutsche Rotweine gewinnen an Popularität und Qualität, insbesondere die des Spätburgunders, der lokalen Bezeichnung für Pinot Noir. Die zweitbeliebteste rote Rebsorte (zumindest in Bezug auf die bepflanzte Fläche) ist Dornfelder.