Comprendre le vin

Wein beim Verkosten ausspucken: Vor- und Nachteile dieser önologischen Praxis

Von Clément LedeyAktualisiert am 2 Min. Lesezeit

Die Weinverkostung ist eine subtile Kunst, die Übung und Technik erfordert. Als Weinliebhaber haben wir uns oft gefragt, ob man den Wein bei einer Verkostung ausspucken sollte. Diese Praxis ist zwar umstritten, bietet aber für Liebhaber wie für Profis unbestreitbare Vorteile. Lassen Sie uns gemeinsam die verschiedenen Aspekte dieser önologischen Technik erkunden.

Gründe, den Wein auszuspucken: eine unverzichtbare Praxis

Wein auszuspucken mag widersinnig, für manche sogar ein Frevel erscheinen. Dennoch ist diese Praxis unter bestimmten Umständen unverzichtbar, besonders bei intensiven Verkostungen. Tatsächlich ist es keine Seltenheit, bei Fachveranstaltungen oder Messen an einem einzigen Tag mehr als 100 verschiedene Cuvées zu probieren.

Das Hauptziel des Ausspuckens ist es, die Sinneswahrnehmung zu bewahren – während der gesamten Verkostung. Der Alkohol im Wein kann unser Urteilsvermögen und unsere Wahrnehmung der Aromen schnell beeinträchtigen, wenn wir ihn jedes Mal schlucken. Durch das Ausspucken bleiben Geschmacksknospen und Gehirn wach, was eine feinere und objektivere Analyse jeder Probe ermöglicht.

Wichtig ist: Die Verkostung konzentriert sich vor allem auf Geruchs- und Geschmackseindrücke. Anders als man meinen könnte, liefert das Schlucken des Weins keine nennenswerte zusätzliche Information. Tatsächlich ist die retronasale Wahrnehmung der Aromen oft sogar intensiver, wenn der Wein ausgespuckt wird.

Technik und Etikette: die Kunst, elegant auszuspucken

Den Wein auszuspucken ist keine natürliche Geste und mag auf den ersten Blick wenig elegant wirken. Mit etwas Übung lässt sich diese Technik jedoch ganz diskret beherrschen. Hier einige Tipps, um Ihre Technik zu verfeinern:

  • Führen Sie den Spucknapf an den Mund, statt aus der Entfernung zu zielen
  • Sammeln Sie die Flüssigkeit vorne im Mund, hinter den Zähnen
  • Stoßen Sie den Wein mit einem leichten Pusten in einem Zug aus
  • Üben Sie zu Hause, zum Beispiel beim Zähneputzen

Als erfahrene Sommeliers haben wir festgestellt, dass die Beherrschung dieser Technik nicht nur unangenehme Spritzer vermeidet, sondern auch für mehr Sicherheit bei professionellen Verkostungen sorgt. Üben Sie ruhig regelmäßig, um an Selbstvertrauen zu gewinnen.

Vor- und Nachteile des Ausspuckens

Wie jede Praxis hat auch das Ausspucken von Wein Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Hier eine Übersichtstabelle, die Ihnen Klarheit verschafft:

Vorteile Nachteile
Die Sinneswahrnehmung bleibt erhalten Manche Liebhaber empfinden es als Verschwendung
Man kann sehr viele Weine verkosten Sorge, den Winzer zu kränken
Bessere Wahrnehmung der Aromen über die retronasale Wahrnehmung Geste wird mitunter als wenig elegant empfunden
Verhindert Trunkenheit bei intensiven Verkostungen Erfordert etwas technische Übung

Bemerkenswert ist, dass laut einer 2019 vom Institut Français de la Vigne et du Vin durchgeführten Studie 78 % der Fachleute der Branche das Ausspucken als unverzichtbare Praxis ansehen – bei Blindverkostungen.

Wann ausspucken und wann genießen?

Auch wenn das Ausspucken bei professionellen Verkostungen eine wesentliche Technik ist, ist es nicht immer nötig oder wünschenswert. Als Weinbergs-Globetrotter haben wir gelernt, Situationen, in denen Ausspucken angebracht ist, von jenen zu unterscheiden, in denen man den edlen Tropfen besser in vollen Zügen genießt.

Hier einige Situationen, in denen sich Ausspucken empfiehlt:

  1. Bei professionellen Verkostungen oder Messen
  2. In Lern- und Schulungseinheiten
  3. Wenn Sie nach der Verkostung noch fahren müssen
  4. Wenn Sie eine große Zahl verschiedener Weine probieren

Bei einem Essen mit Freunden, bei Verkostungen zum Vergnügen oder wenn Sie einen außergewöhnlichen Wein voll auskosten möchten, ist es dagegen völlig in Ordnung und sogar empfehlenswert, ihn zu schlucken. Wichtig ist, das richtige Gleichgewicht zwischen sensorischer Analyse und Genuss zu finden.

Letztlich hängt die Entscheidung, ob Sie den Wein ausspucken oder nicht, vom Kontext, Ihren Zielen und Ihrer persönlichen Erfahrung ab. Wie auch immer Sie vorgehen: Denken Sie daran, dass die Weinverkostung vor allem ein bereicherndes Sinneserlebnis ist, das es verdient, voll ausgekostet zu werden.

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